Bauen Sie Ihr eigenes Wildbienen-Hotel!

Die meisten Wildbienen- und Wespenarten leben im Gegensatz zu Honigbienen nicht im Schwarm, sondern solitär, also allein. Sie gelten als friedliche, interessante Tiere, denen man sich gefahrlos nähern kann. Sie sind enorm wichtig für die Natur, da die meisten Nutz- und Wildpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind.

Nicht nur die Artenvielfalt sondern auch die landwirtschaftlichen Erträge hängen letztlich von der Bestäubungsleistung der kleinen Helfer ab. Viele Arten gelten inzwischen als gefährdet. Einer der Hauptgründe für das massenhafte Bienensterben ist die Zerstörung der Nistplätze. Helfen Sie mit, den Insekten in Ihrem Garten eine schönere Umgebung zu bieten!

In unserer Anleitung erklären wir Ihnen, wie Sie in wenigen Schritten selbst ein Insektenhotel bauen können. Wer keinen Spaß am Werkeln hat, findet in den Knauber Freizeitmärkten natürlich auch fertige Modelle sowie ein Baukastensystem für Kinder.

Das benötigen Sie für das Wildbienen-Hotel:

  • Unbehandelte Massivholzbretter (z.B. Buche, Eiche, Ahorn, Obstholz (…) mit einer Brettstärke von 2 Zentimetern, aus denen Sie die Einzelteile für das Hotel sägen können)
  • Drei Bambusrohre (Länge: 180 cm, Durchmesser: 14-16 mm)
  • Holzleim
  • Nägel (20 x 35 mm)
  • Akku-Bohrschrauber
  • Stich- oder Kreissäge

Und so geht’s:

    1. Schneiden Sie zunächst die einzelnen Bauteile mithilfe einer Stich- oder Kreissäge aus den Holzplatten zu. Es ist wichtig, dass Sie Massivholz – am besten in Form von Glattkantbrettern – nutzen, da es besonders witterungsbeständig ist. Leimholz würde bereits nach kurzer Zeit dem Regen zum Opfer fallen und aufweichen. Zudem sollte das Holz unbedingt unbehandelt sein (und bleiben), da die Gerüche von chemischen Lasuren, Ölen oder Wachsen die Insekten eher abschrecken. Für den Bau des Hotels benötigen Sie:

– zwei Seitenteile, aus denen später das Dach gefertigt wird (15 x 22 cm)
– eine Boden-Platte (11 x 12 cm)
– eine Rückwand (20 x 12 cm)
– eine Deckleiste für das Dach (8,5 x 17 cm)
– eine Aufhängeleiste (4 x32 cm)
– ein Holzblock (Dicke: 10 cm, Breite:12 cm, Höhe: 7 cm)

  1. Schmirgeln Sie die Kanten der zugeschnittenen Holzteile ab.
  2. Nun werden die einzelnen Holzplatten mit Holzleim zusammengeklebt. Fügen Sie dafür zuerst die Bodenplatte und die Rückwand aneinander, dann folgt eine Seitenwand. Pressen Sie Bretter so gut es geht ein paar Sekunden aneinander, bis der Leim getrocknet ist. Dann wird auch die andere Seitenwand befestigt. Ist alles getrocknet, wird die Deckenleiste angeklebt. Diese muss so angebracht werden, dass sie zur Rückwand bündig ist und nach vorne hin etwas übersteht. Anschließend werden alle Bretter zusätzlich mit Nägeln fixiert. Am besten bohren Sie die Nagellöcher mit dem Akkuschrauber vor, damit Sie die Nägel leichter in das Massivholz genagelt bekommen.
  3. Nun wird der Holzblock bearbeitet, der später die Einfluglöcher für die Insekten enthalten soll. Sobald die bisherige Konstruktion einigermaßen stabil und der Kleber getrocknet ist, können Sie die Konstruktion auf die Rückwand legen. Legen Sie den großen Holzblock jetzt oberhalb des Fußsockels auf die Öffnung des Häuschens.
  4. Mit einem Bleistift werden nun die Schrägen des Holzblocks skizziert. Dafür den Stift unterhalb des Blocks an den inneren Seitenkanten des Häuschens auf dem Holzblock langführen, sodass die Schnittkanten am Holzblock sichtbar werden.
  5. Die Bleistiftmarkierungen geben an, wo der Block seitlich mit der Kreissäge angeschrägt werden muss. An den Markierungen entlang das überschüssige Holz absägen.
  6. Jetzt fehlen nur noch die Einfluglöcher: Diese mithilfe eines Akkuschraubers in den Holzblock bohren. Am schönsten wird das Ergebnis, wenn die unteren Löcher einen größeren Durchmesser haben, die Löcher nach oben hin schmaler werden. Für die unteren Einfluglöcher verwenden Sie einen Durchmesser von 10 Millimetern, für die mittleren 9 Millimeter, für die kleinsten 8 Millimeter. Die Löcher müssen nicht akkurat in einer Reihe sein – setzen Sie die Löcher lieber leicht versetzt. Achten Sie darauf, dass die Abstände zwischen den Einfluglöchern groß genug sind, damit keine Risse zwischen den Gängen entstehen.
  7. Verteilen Sie Holzleim auf der Unterfläche sowie den beiden Seitenkanten des Holzblocks und befestigen Sie den Holzblock innerhalb des Häuschens.
  8. Bohren Sie nun ein Loch in die Aufhängeleiste (Durchmesser: 18 Millimeter, Abstand zur oberen Seitenkante: ca. 3, 5 Zentimeter) und befestigen Sie die Leiste mit Holzleim und zwei Nägeln bündig zur Bodenkante des Häuschens an der Rückwand.
  9. Jetzt kommen die letzten Details für die Innenraumgestaltung des Hotels: Unterteilen Sie dafür die Bambusrohre in ca. 8 Zentimeter große Stücke und schneiden Sie diese mithilfe der Kreissäge zu.
  10. Bündeln Sie die einzelnen Bambusstücke mit Kreppband. Alle Bambusbündel werden nun in den oberen Bereich des Holzblocks gefüllt, bis kein Platz mehr ist.
  11. Suchen Sie für Ihr Bienenhotel einen möglichst trockenen, regengeschützten und sonnigen Ort und befestigen Sie es mithilfe der Aufhängeleiste.
  12. Fertig! Jetzt können die Bienen kommen!

Falls Sie eine abgewandelte Variante unseres Bienenhotels anfertigen oder sich verschiedene Modelle im Garten aufstellen wollen, können Sie den Innenbereich des Häuschens auch alternativ komplett mit Bambusstäben oder einem massiven Holzklotz ausfüllen. Lediglich die Mengen an Bambusrohr und die Größe des Holzklotzes verändert sich in diesem Fall.