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Bienenfreundlich in den Frühling starten: Jetzt den Garten auf das Frühjahr vorbereiten

Foto: © Imkerin Dorothea Axtmann

Wer sich im Frühling an sprießenden und blühenden Pflanzen erfreuen will, kann im Herbst schon die ersten Vorbereitungen treffen. Angesichts der zunehmenden Bedrohung der Wildbienenbestände in Deutschland spricht vieles dafür, die Bepflanzung bienenfreundlich zu gestalten. Wir haben mit Bienen-Expertin Dorothea Axtmann gesprochen. Sie ist Diplom-Biologin und leidenschaftliche Hobby-Imkerin und arbeitet im Rahmen einer Bienenpatenschaft seit einigen Jahren mit Knauber zusammen. Im Interview erklärt sie, wie es um die kleinen Nutztiere steht und worauf man im eigenen Garten achten kann, um ihnen ein gutes Zuhause zu schaffen.

Frau Axtmann, Sie arbeiten als Diplom-Biologin beim Bundesamt für Naturschutz in Bonn im Fachbereich Zoologischer Artenschutz. Nebenbei engagieren Sie sich als Hobby-Imkerin und versorgen 24 Bienenvölker. Warum ist Ihnen das Wohlergehen der kleinen Insekten so wichtig?

Die Imkerei ist ein wunderbares Hobby. Einerseits tut es gut, draußen in der Natur Zeit zu verbringen, andererseits sind Bienen einfach sehr faszinierend und für die Umwelt von enormer Bedeutung! Trotz ihrer Größe gehören sie zu den wichtigsten Nutztieren in Deutschland. Durch ihre Bestäubungsleistung sorgen sie für Vielfalt in der Natur und verhelfen Wild- und Kulturpflanzen zu Blüten und Früchten. Mit Hilfe der Imkerei lässt sich darüber hinaus auch bei vielen anderen Menschen das Herz und der Blick für die Natur öffnen.

In den Medien liest man viel über das „Bienensterben“. Wie ernst ist das Problem aus Ihrer Sicht wirklich und was können Verbraucher tun, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten?

Oftmals werden bei dem Thema zwei wichtige Fakten vermischt: Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat sich die Anzahl der Honigbienenstöcke weltweit – insbesondere in Asien – seit den Sechzigerjahren nahezu verdoppelt. Der Bestand in Deutschland ging im selben Zeitraum deutlich zurück, seit einigen Jahren gibt es aber auch hier wieder einen leicht positiven Trend. Von einer „Bedrohung“ kann jedoch nicht die Rede sein. Probleme machen vielen Imkern die Bekämpfung des Parasiten Varroamilbe. So sterben bundesweit jeden Winter zwischen 10 und 20 % aller Bienenvölker.

Bei den Wildbienen sieht die Situation jedoch deutlich kritischer aus. Von den etwa 560 in Deutschland heimischen Wildbienenarten werden über die Hälfte auf der „Roten Liste der bedrohten Arten“ geführt– der Rückgang der Bestände ist dramatisch! Dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, ist gar nicht einfach. Wildbienen leben meist solitär, also alleine, und ihre verschiedenen Lebensweisen und Bedürfnisse sind kaum bekannt.

Was können Verbraucher für Wild- und Honigbienen tun?

Hier finden Sie eine Anleitung für ein selbstgebautes Wildbienen-Hotel

Menschen, die Wildbienen etwas Gutes tun wollen, sollten in ihren Gärten und auf ihren Balkonen pollen- und nektarliefernde Pflanzen setzen und ihnen dort Nistmöglichkeiten bieten. Zwischen Pflanzen und Nistplätzen sollte die Distanz nicht allzu groß sein, da Wildbienen in der Regel nicht weiter als 300 Meter bis zu ihren Nahrungsquellen überbrücken.

Sowohl Wild- als auch Honigbienen benötigen Pollen zur Eiweißversorgung, um die kleinen Maden, aus denen im neuen Jahr Bienen entstehen, zu füttern. Sind aus den Maden Bienen geworden, benötigen sie viel Energie, die sie im Nektar finden.

Wildbienen benötigen außerdem Nistmöglichkeiten. Infrage kommen offene Bodenbereiche oder Totholz. Für selbstgebaute Nisthilfen eignen sich am besten abgelagertes Holz ohne Harz, beispielsweise Obsthölzer oder Holz von Buche, Linde, Eiche etc.. Diese bohrt man von der Seite (nicht von der Stirn, da diese Löcher oft aufreißen) mit Holzbohrern von 6, 8 und 10 mm an. Die Abschlüsse der Löcher müssen sauber sein, denn an Fasern reißen die zarten Flügel der Bienen ein. Die Nisthilfen sollten Anfang des Frühjahrs trocken aufgestellt werden, da Feuchtigkeit die für Bienen gesundheitsschädliche Pilzbildung fördert.

Damit der eigene Garten im Frühjahr sprießt und gedeiht, kann man bereits im Herbst die ersten Vorbereitungen treffen. Welche Pflanzen eignen sich gut zur bienenfreundlichen Gartengestaltung?

Das sind u.a. Hasel, Weide, Kornelkirsche, Obststräucher und -bäume, Hamamelis, Christrose, Heidekraut, Krokusse und Schneeglöckchen als Zwiebelpflanzen, Efeu, Wilder Wein, Knöterich, und viele andere Pflanzen mit ungefüllten Blüten.

Zwiebeln und Sträucher können jetzt im Herbst schon in die Erde, einjährige Pflanzen werden erst im Frühjahr gesetzt. Es spricht jedoch nichts dagegen, den Garten im Herbst schon auf den Frühling vorzubereiten.

Müssen Garten- und Balkonbesitzer im Hinblick auf den Standort, die Pflege oder die Überwinterung der Pflanzen etwas beachten?

Jede Pflanze hat ihre eigenen Lebensbedürfnisse. Wenn sie gut gedeihen und üppig blühen sollen, muss man sich um die Ansprüche jeder Pflanze kundig machen und sie entsprechend nach Angebot an Licht, Wasser und Nährstoffverfügbarkeit auswählen und einsetzen. Fragen Sie am besten in der Fachabteilung nach bienenfreundlichen Pflanzen und was sie speziell dabei beachten müssen.

Vielen Dank für das Interview, Frau Axtmann!