Fischkrankheiten im Aquarium

Fische sind in der Regel robuste Gesellen. Allerdings müssen die benötigten Lebensbedingungen akkurat eingehalten werden.
Aus diesem Grund ist es wirklich nur jedem „Anfänger“ der Aquaristik zu empfehlen, mit Fischarten zu beginnen, die als absolut leicht zu halten gelten und keine extremen Ansprüche an die Wasserbeschaffenheit etc. stellen.

Wie bei anderen Tierarten ist die Vermeidung von Stress die beste vorbeugende Maßnahme, um Krankheiten zu vermeiden. Stress verstehen wir als jegliche Abweichung von den natürlichen Lebensbedürfnissen bzw. dem „normalen“ Verhalten der Fische.

Wie im Artikel „Aquarium einrichten“ beschrieben, stellen die korrekte Planung, Einrichtung und der kontinuierliche Betrieb des Aquariums die beste Basis für ein langes und gesundes Leben Ihrer Tiere ohne Krankheiten dar.

Sie selbst können durch die tägliche Kontrolle Ihrer Tiere zusätzlich einen entscheidenden Beitrag zur Früherkennung potentieller Erkrankungen leisten. Und bitte keine unnötige Beunruhigung: Auch Fische können einmal einen „schwachen“ Tag haben und nicht jede Veränderung an ihrer Haut ist gleich eine tödliche Erkrankung.

Auf was sollten Sie besonders achten?

Da ist zum Beispiel die Wassertemperatur. Fische können Ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Damit ist es umso wichtiger, dass die Wassertemperatur für die Tiere angepasst ist und nicht allzu sehr schwankt. Die Sauerstoffsättigung des Wassers ist ebenfalls abhängig von der Temperatur – je kälter das Wasser umso mehr Sauerstoff steht zur Aufnahme zur Verfügung.

Der pH-Wert des Wassers: Vermeiden Sie starke pH-Wert-Schwankungen. Am besten ist ein konstanter pH-Wert, genau in der Mitte der Toleranzgrenzen für Ihre Fischarten. Ein zu hoher pH-Wert fördert die Konzentration an giftigem Ammoniak (pH-Wert in neutralen Bereich um die 7).

Vergiftungen können durch Verunreinigung des Wassers mit Schwermetallen oder Stickstoff hervorgerufen werden. Die Kiemen verfärben sich. Abhilfe können Sie, wie bei den anderen oben beschriebenen Problemen, durch einen Wasseraustausch bzw. das Umsetzen in ein „sauberes“ Becken erreichen. Aus diesem Grund ist ein wöchentlicher Teilwasserwechsel notwendig. Außerdem wird für das neue Wasser ein Wasseraufbereiter verwendet.

Kleinere oberflächige Wunden bzw. Kratzer sind für die Fische in der Regel unproblematisch. Wenn das Tier allerdings geschwächt ist, kann eine Infektion mit Bakterien die Oberhand gewinnen. Die Folge sind zum Beispiel Geschwüre – sogenannte Flossenfäule – und/ oder rote Punkte.

Kurze Beschreibung der häufigsten Fischkrankheiten:

Flossenfäule äußert sich darin, dass die Flossen von den Rändern her weißlich ausdünnen und allmählich weiter zerfallen. Ursache des Ganzen ist ein geschwächtes Immunsystem, das durch Stress Tür und Tor für allerlei Bakterien geöffnet hat. Dadurch wird der Fisch zusehends Schwächer. Behandelt werden kann die Flossenfäule durch einen Wasserwechsel und eine Senkung des Nitritwertes. Nicht nur sauerstoffreiches Wasser, sondern auch die Vermeidung von Stress (z.B. Überpopulation) beugen der Krankheit vor.

Pilzerkrankungen, auch Mykosen genannt, sind Infektionen, die durch Parasitenbefall verursacht werden. Diese Parasiten wiederum finden durch offene Wunden ihren Zugang zum Organismus. Somit sind sie eine Folgeerscheinung, die beim Befall mit dem Pilz Saprolegnia wie eine Art weißer faseriger Schimmel sichtbar wird. Zur Behandlung werden Malachitgrün oder eine jodfreie Salztherapie eingesetzt.

Die Weißpünktchenkrankheit wird ebenso mit Malachitgrün oder Methylenblau bekämpft. Hervorgerufen wird die Krankheit durch das Wimperntierchen, das als Parasit in den Fischkiemen heranwächst. Ist es geschlechtsreif, durchbricht es die Hautschicht und verursacht so die weiß-getüpfelten Verletzungen. Hat es sich einmal am Grund des Süßwasserbeckens vermehrt, befällt die Folgegeneration den gesamten Fischbestand. Ein erster Indikator für die Weißpünktchenkrankheit sind geschwächte, apathische Fische.