Aquaristik-Tipps für Einsteiger

Sie sind ein großer Fan von Fischen und denken darüber nach sich ein Aquarium zuzulegen?
Die Aquaristik ist ein sehr schönes Hobby und kann vor allem ein sehr zufriedenstellendes Thema sein. Bitte beachten Sie jedoch einige Dinge, bevor Sie den Geldbeutel zücken und sich ein Aquarium in den heimischen Räumlichkeiten aufstellen:

Sie übernehmen bei einem Aquarium Verantwortung für die Tiere, die darin gehalten werden sollen. Der weit verbreitete Glaube, dass Fische unter all den Heimtieren am leichtesten zu halten sind, ist definitiv ein Irrglaube.

Erste Tipps für „Aqua-Neulinge“

Es ist wirklich nicht ganz einfach, ein „funktionierendes“ und gesundes Aquarium auf Dauer sein Eigen nennen zu können. Andererseits sind die mit diesem faszinierenden Hobby verbundenen Kenntnisse mit entsprechender Hilfestellung und Beratung relativ rasch erlernbar. Besonders die ersten Schritte sind sehr spannend und etwas arbeitsintensiv, später benötigen Sie ca. eine bis zwei Stunden pro Woche für die Reinigung und Pflege des Beckens. Fische werden tatsächlich alt, Sie sind also durchaus für viele Jahre – je nach Fischart – in der Lage viel Spaß mit den schwimmenden Gesellen zu haben.

Leider machen sich viele Menschen dies nicht bewusst und so scheitern gerade einige „Erstlinge“ nach wenigen Tagen und erleben ihr Fiasko mit kieloben schwimmenden Tieren! Dies sind dann die berühmten Anzeigen mit der Überschrift „Aquarium abzugeben“ im örtlichen Kleinanzeigenteil.

Damit Ihnen alles so gelingt, wie Sie sich das vorstellen, ist eine durchdachte Planung ein richtiger und vermutlich der entscheidende Anfang!

Standort:
Sie suchen sich zunächst einen geeigneten Standort aus. Dieser sollte keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein (Algenwachstum) und Platz für ein mindestens 100 Liter großes Becken bieten! Warum mindestens 100 Liter? Es gibt doch auch kleine „rundum sorglos-Pakete“ mit 60 Litern. Für Anfänger gilt: Entscheiden Sie sich lieber für die größere Variante. Speziell für Beginner ist es schwierig Wassertemperatur, pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Nitrat- und Nitrit-Pegel korrekt einzustellen und konstant zu halten. Je größer ein Becken bzw. je mehr Wasserinhalt, umso einfacher ist die „Wartung“, denn umso weniger schwanken die Parameter.

Einrichtung:
Ganz wichtig: Haben Sie Geduld! Als erstes kommt der Bodenbelag (zum Beispiel Sand, Kies, Steine und Wurzeln, mit denen Sie auch gewisse abgrenzende Bereiche schaffen können) ins Aquarium, dann ca. 1/3 der maximalen Wassermenge. Damit sich das Wasser nicht zu sehr eintrübt, empfiehlt es sich, den Kies vorher auszuwaschen. Bitte besorgen Sie sich die richtigen Materialien im Fachhandel, beispielsweise in unserem Onlineshop-Angebot. Material aus Ihrem Garten oder beim Spaziergang gefundene Dinge können leider ganz negative Folgen für die Fische haben – Stichwort Gift!

Anschließend bepflanzen Sie das Becken, die größeren Pflanzen nach hinten, die kleineren nach vorne. Damit bekommen Sie eine schöne Perspektive in das Becken. Wenn Sie wollen, können Sie noch eine Rückwand, zum Beispiel ein schönes Unterwasserfoto, anbringen.

Wasser einfüllen:
Befüllen Sie im nächsten Schritt das Becken komplett mit Wasser. Setzen Sie immer noch keine Fische ein! Geben Sie dem Becken und dem Wasser rund eine Woche Zeit, damit sich das richtige Klima entwickelt. In dieser Zeit können Sie in aller Ruhe den pH-Wert, Temperatur etc. einstellen und in der Routine konstant halten.

Fische einsiedeln:
Nach einer Woche ziehen die Fische ein! Bitte suchen Sie sich vorher miteinander harmonierende Fische aus. Wenn Sie beispielsweise Raubfische und ihre Beutefische einsetzen, wird nach wenigen Tagen nur noch die Raubfischfraktion übrig sein. Vor dem Fischbesatz muss auf jeden Fall eine Wasserprobe gemacht werden, um sicherzustellen, dass die Wasserwerte okay sind!
Bedenken Sie auch, dass bestimmte Fische nur gewisse Bereiche des Beckens bewohnen, so zum Beispiel die „Gründler“ den Bodenbereich oder die Schwarmfische vorwiegend die „Versteckbereiche“. Gewisse Bereiche des Aquariums erscheinen eventuell leer, dagegen leiden die bewohnten vielleicht unter einer „Überbevölkerung“.

Ganz wichtig: Vergewissern Sie sich regelmäßig, ob Ihre Fische gesund sind. Durch nicht rechtzeitig erkannte und behandelte Erkrankungen von einzelnen Fischen kann Ihr ganzes Aquarium sich sehr schnell leeren!

Füttern Sie wenig! Nach zwei bis drei Minuten sollte kein Futter mehr übrig sein, ansonsten laufen Sie Gefahr, dass das Futter zu faulen beginnt, Ihr Becken stinkt und beginnt umzukippen