Anschaffung eines Hundes

Sie denken darüber nach sich einen Hund anzuschaffen?

Grundsätzlich eine ganz tolle Idee! Bevor der neue tierische „Mitbewohner“ ins Haus kommt, sollten Sie sich mit der Herkunft, den Eigenheiten und weiteren wissenswerten Details näher befassen.

Haushunde sind wunderbare  Haustiere. Es fällt nicht schwer zu verstehen, warum ein Hund als Haustier sich so großer Beliebtheit erfreut, denn sie sind clever, treu, lieben „ihre“ Rudelmitglieder über alles und können tolle Beschützer sein. Kurzum, wenn Sie Ihren Hund lieben, gibt er Ihnen alles und noch viel mehr zurück

Die Auswahl an Hunderassen und –Typen ist riesig. So gibt es mittlerweile über 350 anerkannte Hunderassen, die bei der FCI – der Fédération Cynologique Internationale, dem größten Hunde-Dachverband – registriert sind.

Man kann die verschiedenen Rassen in sogenannte Hundefamilien einteilen, die auch einen guten Hinweis auf die Familientauglichkeit, den Auslaufbedarf oder zum Beispiel die Kinderfreundlichkeit geben:

  • Hüte- und Treibhunde
  • Haus- und Hofhunde
  • Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Lauf- und Schweißhunde
  • Wach- und Schutzhunde
  • Gesellschafts- und Begleithunde
  • Apportier-, Stöber- und Wasserhunde
  • Schlittenhunde
  • Vorstehhunde und viele andere Rassen, die ihrem Ursprung nach für einen bestimmten Zweck gezüchtet wurden.

Ein Schlitten- oder Laufhund wird sicher der geeignetere Partner für Sie als begeisterter und regelmäßiger Jogger sein. Ein Hütehund ist im Grunde ein guter Familienhund.  Sie ordnen sich relativ schnell unter, sind ihr ganzes Leben lang extrem gelehrig und aktiv und benötigen von Anfang an eine liebevolle, aber konsequente Führung, um ein stressfreies Leben zu führen.

(Zeit-)Aufwand, Pflege  & Leben mit Hund:

Bevor Sie sich jetzt jedoch direkt euphorisch auf den Weg machen oder dem Wunsch Ihrer Kinder nachkommen möchten und sich einen Hund ins Haus holen, bitten wir Sie sich in Ruhe mit den Konsequenzen auseinander zu setzen und am besten im Familienrat einige Fragen ehrlich und übereinstimmend zu beantworten:
Denn Sie entscheiden sich im Prinzip ein „nicht erwachsen werdendes“ (zusätzliches) Kind für die nächsten Jahre zu adoptieren. Der Hund lebt je nach Rasse und Größe für die nächsten acht bis 16 Jahre und länger bei Ihnen. Sie müssen bereit sein, sich um ihn jeden Tag aufs Neue zu kümmern:

Täglich müssen Sie mindestens zweimal für 20 bis 30 Minuten einen Spaziergang unternehmen – bei manchen Hunderassen wesentlich länger; bei jedem Wetter und egal, ob Sonn- oder Feiertag.

Sind Sie dazu bereit und in der Lage – beruflich ausreichend flexibel?

Kein Hund sollte pro Tag länger als zwei Stunden am Stück allein gelassen werden. Selbstverständlich können Sie sich mit dem Nachbarn oder einem professionellen Betreuungsdienst vereinbaren, was unter Umständen aber zusätzliche Kosten mit sich bringt.

Planen Sie genügend Zeit für seine regelmäßige Pflege ein. Hunde mit kurzem Fell lassen sich relativ einfach und schnell pflegen. Bei längerem Fell müssen Sie jedoch täglich zwischen 15 und 30 Minuten einplanen. Können und wollen Sie diese Zeit regelmäßig aufbringen?

Apropos Fell, bitte klären Sie, ob Sie oder andere Familienmitglieder allergisch gegen Tier-(Hunde)-Haare reagieren. Sie wollen ein erfülltes Miteinander und wegen eines Hundes keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen erleiden.

Sind Sie sehr auf Reinlichkeit bedacht? Hunde sind nicht immer die vorsichtigsten oder reinlichsten Mitbewohner. Stichwort Bodenbelag: Ein Parkettboden kann unter Umständen das Herumtollen Ihres Hundes durch Kratzspuren dokumentieren, hochfloriger Teppich ist ein idealer Speicher für (lange) Hundehaare. Alles kein Problem, Sie sollten sich nur dessen bewusst sein und eventuell eine „passende“ Rasse mit kurzem Fell oder eine etwas ruhigere Art Hund ins Auge fassen.

Sind alle Familienmitglieder davon begeistert ein neues Familienmitglied aufzunehmen? Ansonsten kann es durchaus schwierig werden, wenn nur eine Person alle Pflichten tagtäglich zu erfüllen hat und die übrigen im besten Fall den Hund nicht ablehnen.

Platz & Rechtliches

Verfügen Sie über ausreichend Platz für Ihren neuen Hund? Sie tun sich und vor allem Ihrem Tier nichts Gutes, wenn Sie beispielsweise einen Labrador in einer Zwei-Zimmer-Altbauwohnung im fünften Stock ohne Fahrstuhl halten wollen. Bitte klären Sie auch, ob Haustiere laut Ihrem Mietvertrag zulässig sind.
Ferner erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem Bürgeramt oder Ihrer Gemeinde, wie hoch die Hundesteuer ist und ob es vor Ort bestimmte Vorschriften oder Einschränkungen gibt. So dürfen etwa nicht alle Rassen gehalten werden, für andere benötigen Sie einen Befähigungsnachweis und der Hund einen erfolgreich bestandenen Wesenstest – Stichwort: Kampfhunde-Verordnung.

Haben Sie einen ausreichend gesicherten, zum Beispiel umzäunten Garten oder einen einfachen Zugang zu einem Park? Hunde brauchen regelmäßigen Auslauf, am liebsten natürlich ohne Leine. Aber auch hier gibt es immer häufiger den sogenannten Leinenzwang, die Vorschrift laut Gemeinde seinen Hund nur an der Leine spazieren zu führen. Empfindliche Strafen sind bei Nichtbeachtung durchaus ortsüblich.  In vielen Gemeinden gibt es mittlerweile sogenannte Hundewiesen, auf denen die Hunde auch ohne Leine herumtollen dürfen.

Kauf,  Kosten & Folgekosten

Bitte die nächste Frage richtig verstehen: Können Sie sich einen Hund finanziell leisten? Reinrassige Welpen kosten einiges – je nach Beliebtheit und Stammbaum können zwischen 500,00 € und mehreren tausend Euro aufgerufen werden.

Wenn Sie sich für eine bestimmte Rasse entschieden haben, bitten wir Sie Ihr künftiges Familienmitglied bei einem professionellen Züchter – Informationen und Adressen sind zum Beispiel über den VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen,) erhältlich – zu erwerben und nicht ein vermeintliches „Schnäppchen“ von „fliegenden Händlern“.

Günstiger in der Anschaffung sind in der Regel Mischlingshunde oder aber Sie übernehmen die Verantwortung einem  Tier aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu bieten.

Bitte bedenken Sie regelmäßige Kosten für Impfungen, Versicherung, Futter, Zubehör sowie die gelegentliche Unterbringung in einer Hundepension und die Tierarztkosten, wenn Ihr Liebling krank sein sollte. Je nach Ihrer Erfahrung kann eine Hundeschule sehr nützlich sein, um Ihrem Liebling die richtigen Manieren beizubringen und ein stressfreies Miteinander möglichst schnell zu ermöglichen. Hierfür sind ebenfalls Kosten einzuplanen. So kostet eine Stunde je nach Anbieter im Durchschnitt ca. 30€ bis 50€.

Transport

Ist Ihr Auto dafür geeignet, Ihren Hund bei Bedarf zu befördern?  Wollen Sie dies auch? Stichwort Haare, Schmutz – helle Velourssitze könnten hier problematisch sein.

Wenn Sie ein Auto mit Schrägheck haben, ergeben sich bei einem großen Hund wie Schäferhund oder Dogge Probleme. Bitte beachten Sie auch die Sicherungspflicht, die Sie für Ihren Vierbeiner haben. Gibt es also eine „freie“ Angurtmöglichkeit oder eine andere Sicherungsoption?

Gibt es bereits ein oder mehrere Haustiere bei Ihnen?  Vertragen sich diese mit einem neuen Hund?

Ihr Wunsch sich einen vierbeinigen Freund als neues Familienmitglied zuzulegen hat weiterhin Bestand? Fantastisch! Sie werden es nicht bereuen! Jetzt gilt es den „richtigen“ Freund fürs Leben zu finden. Wir helfen Ihnen mit unserem kleinen Ratgeber: