Beschäftigungstipps für Hunde

Spiel, Sport und Spaß

Dieses Motto ist nicht nur gültig für Sie, sondern trifft auch für ein erfülltes Hundeleben zu. Ihr Hund ist ganz und gar zufrieden und glücklich, wenn er seinen Platz in seinem neuen „Rudel“, seiner neuen Familie, gefunden hat und sich dessen sicher ist. Nun können Sie für seine körperlichen und seelischen Bedürfnisse sorgen. An erster Stelle steht das Spielen – egal ob mit anderen Artgenossen oder mit den Zweibeinern und das ein Leben lang.

Es gibt die verschiedensten Spielzeuge für Ihren Hund. Es werden unter anderem angeboten:
Sogenannte Intelligenzspielzeuge, die sich auch prima für den Innenbereich eignen – bei schlechtem Wetter zum Beispiel. Darunter versteht man Spielsachen, die dem Vierbeiner etwas Gehirnschmalz abverlangen. Um zum Beispiel an ein Leckerli zu kommen, müssen verschiedene Klappen per Pfote bedient werden oder aber Tasten gedrückt werden.

Auch wenn junge Hunde unendlich spielen wollen, sollten Sie unbedingt auf ausreichende Ruhezeiten achten. Bei allem Enthusiasmus beachten Sie bitte, dass vor allem junge Hunde Ihre Ruhezeiten benötigen. Frei nach dem Motto: Im Schlaf wächst man und wird groß und stark.

Verschiedene Hundetypen und Rassen bevorzugen durchaus verschiedene Spiele bzw. Spielsachen. Für die sportlichen, lauffreudigen Hunde gibt es ein oft in Vereinen organisiertes Agility-Training.

Wenn Sie Interesse an diesem Hundesport haben, besuchen Sie doch einfach mit Ihrer Sportskanone den örtlichen Verein. Oder üben Sie mit einem Start-Set, welches Sie entweder selbst aus alten Skistöcken, einem Kinderzelt oder weiteren Utensilien zusammenstellen oder aber als fertiges Set käuflich erwerben können. Letztgenanntes beinhaltet typischerweise Hürde(n), Slalomstangen, Tunnel, Stoppuhr sowie eine Gebrauchsanleitung mit ersten Tipps und Übungen.

Wenn Sie einen Stöberhund haben, gibt es Such- und Versteckspiele. Hütehunde bevorzugen Bewegungsspiele, die kombiniert sind mit verschiedenen Aufgaben. Durch ihre tolle Beobachtungsgabe registrieren sie jeden Fingerzeig von Ihnen und werden ausreichend beschäftigt.

Für einen Apportierhund, wie einen Retriever, gibt es nichts Schöneres als Dinge zu bringen. Dies kann der alte Tennisball genauso sein wie eine Frisbee-Scheibe oder der Schneeball im Winter, der geworfen wird.
Apropos Retriever, Wasserspaniel etc. – diese Rassen schwimmen für ihr Leben gerne. Dies ist sehr gesund, schont die Gelenke und macht speziell im Sommer gemeinsam viel Spaß.

Es gibt zudem die Möglichkeit mit Ihrem Hund zum Beispiel bei der Bergwacht, Feuerwehr, teilweise auch THW ein gemeinsames Training in Punkto Katastrophenschutz zu besuchen und sich zum Beispiel als Suchteam für verschüttete Menschen ausbilden zu lassen. Eine ganz andere Art des gemeinsamen „Spiel, Sport und Spaß“-Vergnügens.

Vielleicht fragen Sie sich, wie fit Ihre Sportskanone denn eigentlich ist. In der Regel können Sie sich dies am besten selbst beantworten. Denn Sie kennen ihn am besten, ebenso wie Sie sich selbst am besten einschätzen können. Falls Sie zusätzlich gerne einen „seriösen“, von Experten erstellten Test zum Vergleich heranziehen möchten, finden Sie hier ein Beispiel von Claudia Rade, Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik sowie Tierarzt Martin Bucksch, die für die Zeitschrift DOGS die wichtigsten Fitness-Parameter zusammengefasst haben, mit denen Hundehalter die individuelle Konstitution ihres Hundes einschätzen können: Fitness-Parameter

Hundesport   

Ja, Sie lesen richtig – es gibt tatsächlich den Begriff Hundesport. Und ähnlich den mannigfaltigen Sportarten und Möglichkeiten, denen wir Zweibeiner nachgehen können, gibt es für Ihren Vierbeiner ebenfalls eine breite Auswahl, die sinnvoll sein kann und Ihnen beiden Spaß bereitet.
Frei nach dem Motto „Es sollte für jeden Geschmack und jede Veranlagung das Richtige zu finden sein“ stellen wir im Folgenden nur eine kleine Auswahl populärer Hundesportarten in kurzer Form vor, um Ihr Interesse zu wecken:

Agility: Dieser Begriff finden Sie ebenfalls im oberen Text „Sport, Spiel und Spaß“. Agility ist eine prima Möglichkeit die Beweglichkeit (= Agilität) Ihres Hundes zu fördern und zu fordern. Im Prinzip geht es darum, dass Ihr Hund einen, bei Wettkämpfen normierten, Parcours von Hindernissen möglichst schnell und fehlerfrei durchläuft. Es gibt Slalomstangen, die nach Manier eines Ski-Läufers umkurvt werden müssen, Wippen und Tunnel, die Mut erfordern und passiert werden müssen sowie Sprünge, die zu bewältigen sind.

Dogdancing: Dies ist ein gemeinsam ausgeübter Sport, bei dem Sie und Ihr Vierbeiner tatsächlich miteinander und umeinander herum tanzen. Es gibt die tollsten, künstlerisch aufwändigen Choreographien.

DogJogging: Warum gehen Sie nicht gemeinsam mit Ihrem Vierbeiner Joggen? Nicht nur große Hunde haben ihren Spaß an dem gemeinsamen Ausflug, ein Jack-Russel kann als wahrer, nimmermüder Athlet Herrchen und Frauchen ganz schön ins Schwitzen bringen.

Dummytraining: Hierbei handelt es sich um das Apportiertraining im Gelände oder Wald. Nur dass auf eine Jagd sowie geschossenes Wild verzichtet wird. Stattdessen handelt es sich bei der Beute um so genannte Dummies, also zum Beispiel Plastik-Enten oder -Hasen.

Discdogging, DiskDogging, Hundefrisbee: Es gibt unterschiedliche, in der Hundeszene kurzsierende Bezeichnungen für das sportliche Miteinander mit der guten alten Frisbee oder Wurfscheibe. In Wettbewerben unterscheidet man drei verschiedene Disziplinen:

  • Freestyle: Hier werden bis zu sieben Scheiben in einer zweiminütigen Kür mit Musik gespielt. Wertungen gibt es unter anderem für die Choreographie, das Miteinander von Hund und Mensch, die Schwierigkeit der Wurftechnik und die Anzahl der gefangenen Würfe.
  • Mini Distance:  Es gilt in einer Minute möglichst viele Punkte zu erreichen. Punkte gibt es für die vom Hund in der Luft gefangenen Scheiben – abhängig von der Weite des Wurfes.
  • Long Distance:  Der weiteste von drei erlaubten Würfen, die der Hund aus der Luft heraus fängt, wird gewertet.

Fährtenarbeit: Diese ist analog zum Dummytraining zu sehen. Jedoch handelt es sich um eine von Jägern ausgeübte Hundesportart mit „echtem“ Wild bzw. Blut, dem sogenannten Schweiß.

Flyball: Dies ist eine Kombination aus Geschicklichkeit und Geschwindigkeit. Der Parcours besteht aus vier in Reihe aufgestellten Hürden und der sogenannten Flyballmaschine (eine Art Ballschleudermaschine). Der Hund versucht möglichst schnell über die Hürden zur Maschine zu rennen, den Auslösetaster zu drücken, den fortgeschleuderten Ball zu fangen und mit diesem – über die vier Hürden – zurück ins Ziel zu gelangen.
Das Ganze kann auch als Mannschaftssport betrieben werden, wobei eine Mannschaft aus vier Hund-Mensch-Paarungen/ Teams besteht.

Treibball: Dies ist eine andere Variante, bei der das Treiben per Hunde-Pfote oder Nase von verschieden großen Bällen, bis hin zu Gymnastik- und Sitzbällen, über einen Parcours, in Tore etc. erfolgt. Hierbei werden Geschicklichkeit und Geschwindigkeit Ihres Hundes besonders geschult.

Hütewettbewerb/Leistungshüten/Trials: Darunter versteht man, wie der Name bereits suggeriert, die Arbeit des Hütehundes mit der von ihm betreuten Herde. Es werden zum Beispiel Schafe von A nach B getrieben oder in ein Gatter gelenkt. Es ist sehr schön und beeindruckend anzusehen, wenn Mensch und Hund den fast ausgestorbenen Beruf des Schäfers wieder auferstehen lassen.

Mantrailing: Dies ist ein englischer Begriff für die Fährtensuche des Hundes nach Personen. Das Mantrailing wird zu Schulungszwecken von Suchhunden (Lawinen, Katastrophen) professionell eingesetzt.

Obedience: Der englische Begriff „obedience“ heißt übersetzt so viel wie „Gehorsam“. In Sachen Hundesport meint der Begriff das (Ge-)Folgsamkeitstraining. Hier wird bewertet, wie schnell, korrekt und harmonisch der Hund auf die Befehle seines Herrchens oder Frauchens reagiert.

Turnierhundesport: Die Begriffe Turnierhundesport oder Breitensport sind Oberbegriffe, unter denen, ähnlich wie in der Leichtathletik, eine Reihe von eigenständigen Disziplinen zusammengefasst sind, beispielsweise der Hindernislauf, der Geländelauf – hier gibt es die Zwei-Kilometer- und die Fünf-Kilometer-Distanz –, der CSC – Combinations-Speed-Cup,  der Shorty und der QSC – Qualifikations-Speed-Cup. Weitere Informationen finden Sie zum Beispiel hier.

Spielen

Spielen ist die liebste Beschäftigung für die allermeisten Hunde. Damit dies ebenfalls für Sie eine schöne gemeinsame Zeit bedeutet, raten wir Ihnen, sich und Ihrem Vierbeiner einige Regeln zu verordnen:
Sie bestimmen wann, wo und wie lange gespielt wird – nicht Ihr Hund.

Für uns Menschen gilt der Grundsatz „Nach dem Essen sollst Du ruhen…“. Für Ihren Hund sollten Sie darauf ebenfalls Rücksicht nehmen, also bitte nicht direkt nach dem Füttern eine Spieleinheit ansetzen.
Beenden Sie das Spiel, solange Ihr Hund noch fit ist – wenn er sich bereits müde in die Ecke legen will, ist es höchste Zeit aufzuhören. Besser ist es das Spiel vor einer solchen Phase zu beenden.

Ihnen gehört das Spielzeug und nicht Ihrem Hund – es sollte also erlaubt und selbstverständlich sein, dass Sie es nach dem Spiel an sich nehmen!

Wann immer möglich beenden Sie das Spiel mit einem positiven Erlebnis, am besten für beide Beteiligten. Nehmen Sie nicht den Frust über ein misslungenes Kommando mit in die Ruhepause.
Simple Regeln, die Sie mit Sicherheit aus Ihrer eigenen Jugend bzw. aus dem Umgang mit Ihren eigenen Kindern zur Genüge kennen. Und hier geht es ebenfalls um ein weiteres Familienmitglied.

Und nun als kleine Anregung einige beliebte und bekannte Spiele:
Ein Evergreen ist das sogenannte Becher- oder Hütchen-Spiel für den Hund. Leere Becher, z. B. Joghurt-Becher, werden umgedreht auf den Boden gestellt. Ein Leckerli wird unter einem der Becher „versteckt“ und muss nun gefunden werden. Übrigens gibt es noch eine „Fortgeschrittenenversion“. Dabei besteht das Ziel darin, dass der Hund zwar anzeigt, wo der Schatz sich befindet, das Leckerli jedoch nicht frisst, wenn er den entsprechenden Becher umwirft. Mit der Zeit können Sie immer mehr Becher einbauen bzw. das Leckerli durch ein Holzstöckchen oder ähnliches ersetzen.

Das Suchspiel funktioniert sehr ähnlich. Sie verstecken wieder einen Schatz, zum Beispiel seinen Lieblingsball. Wenn Sie diesen über den Boden in ein anderes Zimmer „ziehen“, bevor sie ihn hinter einem Stuhl verstecken, wird gleich noch die „Fährtensuche“ trainiert.

Ihr Hund als Haushaltshilfe? Selbstverständlich gibt es das tolle „Zieh- und Zerrspiel“, bei dem Sie und Ihr Hund sich um das Pfoten-Putz-Handtuch streiten oder Sie lassen Ihren Hund das Handtuch in seinen Korb „räumen“.
Ein Gedächtnisspiel ist das „Namen erkennen“.  Hier können Sie Ihren Hund auffordern, bestimmte Gegenstände wie seinen grünen Ball oder den blauen Ball zu bringen. Für den Fall, dass er den richtigen Gegenstand holt, gibt es eine Belohnung. Wenn nicht, so entgegnen Sie mit einem ruhigen „nein“ und es geht von vorne los.

Geschenke auspacken ist eine beliebte Abwandlung des Hütchen-Spiels, bei dem Sie Ihren Hund zum Beispiel seinen Lieblingsball, den Sie vorher in eine Decke eingeschlagen haben, auswickeln lassen. Oder Sie nutzen den alten Schuhkarton und verstecken darin ein Leckerli, das Ihr Vierbeiner mit Sicherheit gerne aus dem „Versteck“ befreit.

Mein Hund kann balancieren! Mit dieser Fähigkeit beeindrucken Sie mit Sicherheit Freunde und Bekannte. Das Ganze verlangt einiges an Geduld und Vertrauen auf Seiten Ihres Hundes, denn Sie legen ein Leckerli auf seine Nasenspitze.

Ziel ist es, dass Ihr Liebling das Leckerli nicht sofort verspeist, sondern auf seiner Nase für einige Zeit ruhen lässt, es also balanciert! Auf Ihre Anweisung hin, zum Beispiel mit dem Kommando „Nimm“, lässt er es gekonnt in sein Maul „gleiten“.

Das sogenannte „Flaschenspiel“ ist eine abgewandelte Form des Becher- oder Hütchen-Spiels, bei dem das bzw. die Leckerlis in einer, am besten transparenten, PET-Flasche versteckt sind. Die Flasche selbst wird durch einen Stab, zum Beispiel einen Schaschlik-Spieß, etwa in der Mitte durchbohrt. Das Stöckchen wird rechts und links so fixiert, dass es drehbar ist. Hierzu können Sie zum Beispiel zwei Flaschen mit Korken aufstellen und den Stab dazwischen stecken.

Ziel ist es, dass sich die Flasche drehen kann bzw. durch Ihren Hund per Schnauze oder Pfote gedreht wird und so die Leckerlis herausfallen. Eine andere Option ist es, einen Metall Kleiderbügel, den Sie zum Beispiel in der Reinigung erhalten, am Haken aufzudrehen und durch die Flasche zu stecken. Drehen Sie diese oben wieder zu und Sie haben ganz einfach und schnell ein wunderbar flexibles Spielzeug gebaut. Ebenfalls können Sie Ihren Vierbeiner durch Reifen springen lassen, die Sie in Form eines alten Hula-Hup Reifens hochhalten oder einfach mit Ihren Armen selbst formen. Das kann ebenso viel Spaß machen wie einen kleinen Hindernis-Parcours im Garten aufzubauen. Hier können Sie selbst Agility trainieren – siehe Agility.

Angeln können Hunde auch. Analog zu Katzen können Hunde für Sie interessante Gegenstände, die auf dem Wasser schwimmen, mit Ihrer Pfote angeln. Hierbei versuchen Sie durch das Eintauchen der Pfote ins Wasser, den Gegenstand zu sich zu bewegen, ohne ins kühle Nass springen zu müssen. Sieht lustig aus und macht allen Spaß.