Tipps für ein erfülltes Hundeleben

Oder: Wie klappt das Zusammenleben mit Ihrem Hund am besten?

Der Hund wird zwar meist als Familienmitglied gesehen, er ist und bleibt aber ein Hund! Das heißt, dass Sie ihn nicht vermenschlichen dürfen. Er hat seine Grundbedürfnisse, die sich durchaus von den Ihren unterscheiden können: Futter, Wasser, Ruhe, Sexualität und Schutz vor der Umwelt.

Ihr Hund besitzt den Grundinstinkt, dass er für seine Nahrung und sein Überleben etwas tun muss. Er braucht eine Aufgabe. Wir verwöhnen ihn meist, mit allem bissfertig dargereicht: Ein tolles Bett, Spielzeug, Futter und Leckerlis.

Viel lieber, als sein Dasein in einer schönen, warmen Wohnung zu fristen, möchte er nach draußen, mit seinem Rudel die Welt erkunden, Futter suchen, sich mit anderen messen.

Wichtig ist, dass Sie Ihren Hund körperlich auslasten, vielleicht mit ihm joggen oder – bei großen Rassen – Rad fahren, damit er sich zu Hause entspannt und wohl fühlt. (beachte auch hier die unterschiedlichen Rassenansprüche: Gebrauchs- und Arbeitshund oder Familienhund)

Ihr Hund nimmt etwas Neues in folgender Reihenfolge seiner Sinne wahr: Riechen, sehen, hören. Erschrecken Sie ihn nicht, indem sie ihn sofort anfassen wollen. Lassen Sie ihn erst mal an Ihrer Hand riechen.
Ihr Hund lebt Ihnen das Motto „Carpe Diem – Nutze den Tag“ immer aufs Neue vor. Er kennt kein Gestern und denkt nicht an morgen.

Die Hundesprache – oder Hunde verstehen unsere Sprache nicht!

Sie brauchen Ihrem Hund nicht in ganzen Sätzen die Welt erklären, ihm mitteilen, dass er Ihre Schuhe nicht anknabbern soll, oder ihn anschreien, wenn er etwas nicht richtig gemacht hat. Die Sprache, die die Hunde verstehen, ist die der körperlichen Präsenz und Energie.

Ihr Hund spürt, wenn Sie traurig sind oder es Ihnen sehr gut geht, Sie müssen es ihm nicht erklären. Ebenso akzeptiert er Sie als ruhigen, aber klar – mit knappen Befehlen – agierenden Anführer des Rudels.

Last but not least: Welchen Hund oder welche Rasse soll ich auswählen? Zunächst einmal, es gibt keine Problemrassen! Es gibt durch die Zucht verstärkte Fähigkeiten wie bei einem Husky, der einfach „nur“ laufen will; oder bei einem Herdenschutzhund, der seine Herde beschützen will und keinen Eindringling auf das Gelände lässt; oder den Hütehund, der immer um seine Herde herumlaufen will, um sie zusammenzuhalten, als wäre er von der Tarantel gestochen worden. Die Reihe solcher rasse-spezifischen Beispiele ließe sich noch endlos fortsetzen.

Bitte werden Sie sich im Vorfeld klar, welche Art von Rudelmitglied Sie suchen – und mit wem Sie zurechtkommen! Und bitte denken Sie daran: Sie übernehmen die Verantwortung für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre für ein Lebewesen. Ihr Hund ist keine Sache mit Umtausch-Garantie!

Nun wünschen wir Ihnen ganz viel Spaß mit Ihrem Hund. Sie werden unzählige schöne und erfüllte Stunden miteinander verbringen! Gratulation zu Ihrem Entschluss, ein neues Familienmitglied bei sich aufzunehmen.