Anschaffung einer Katze

Sie tragen sich mit dem Gedanken sich eine Katze als Haustier zuzulegen?

Es ist wirklich eine sehr schöne Idee, ein neues Familienmitglied ins Haus zu holen. Schließlich wird das Leben dadurch noch bunter und abwechslungsreicher. Warum könnte dies ausgerechnet eine Katze sein? Nun, Katzen sind liebevoll, beinahe unbestechlich, unabhängig und treu.  Sie verstehen sich mit Kindern genauso gut wie mit älteren Menschen. Aber bitte bedenken Sie: Eine Katze ist ein Lebewesen und kein süßes Stofftier.

Eine Katze kommt ins Haus

Die Entscheidung sich eine Katze ins Haus oder in die Wohnung zu holen muss also gut überlegt sein. Sie übernehmen eine große Verantwortung für ein wunderbares Lebewesen. Und dieses kleine Fellknäuel kann Sie über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg begleiten.

Anders als Hunde sind Katzen sehr eigenständige Tiere. Dies kann auf der einen Seite einen Vorteil bedeuten, da sich Katzen durchaus alleine zurechtfinden und daher besser mit einem berufstätigen Frauchen oder Herrchen zurechtkommen. Auf der anderen Seite sind sie aber keine Kuscheltiere, die permanent die Nähe zu den zweibeinigen Familienmitgliedern suchen. Die Katze bestimmt, wann sie gestreichelt werden möchte – und nicht ihr menschlicher Mitbewohner.

Bevor Sie also eine Katze bei sich willkommen heißen, sollten Sie und die übrigen Familienmitglieder sich einige grundsätzliche Fragen ehrlich beantworten:

Sind Sie bereit und in der Lage ein neues Familienmitglied für die nächsten 15 bis 20 Jahre – oder sogar länger – zu versorgen?

Sie gehen eine langfristige Bindung und Verpflichtung ein. Katzen werden durchschnittlich etwa 15 Jahre alt. Wenn sie Glück haben, können Sie aber auch 20 und mehr Jahre miteinander verbringen. Die Anschaffungskosten für eine Katze können gewaltig schwanken. Je nachdem, ob Sie eine Katze aus dem Tierheim zu sich holen oder aber eine zukünftige Rassen-Weltsiegerin beim Züchter erwerben.

Hinzu kommen einige weitere Kostenpunkte: Die Grundimmunisierung beim Tierarzt (rund 100 Euro), die Kennzeichnung über Chip und/ oder Tätowierung (ca. 50-70 Euro), eine Grundausstattung mit Bettchen/ Kissen, Kratzmöglichkeit, Fellpflege, Näpfen, Spielsachen etc. (ca. 50 bis 150 Euro ). Die laufenden Kosten betragen ca. 30 bis 50 Euro pro Monat für Futter und Katzenstreu sowie ca. 80 bis 100 Euro pro Jahr für die routinemäßigen Untersuchungen und Impfungen beim Tierarzt. Zusätzlich sollten Sie einmalige Tierarztkosten für die Kastration bzw. Sterilisation einplanen.

Ist laut Ihrem Mietvertrag die Haltung von Haustieren erlaubt?

Es ist wichtig und richtig sich im Vorfeld zu erkundigen; auch ein Gespräch mit den Nachbarn hilft. Denn so kann unter Umständen bereits ein netter Catsitter identifiziert werden, der sich später um Ihren Liebling kümmern kann, wenn Sie im Urlaub sind oder Ihre Samtpfote einmal länger alleine lassen müssen.

Wäre die Katze den ganzen Tag über alleine?

Trotz aller Unabhängigkeit ist es für Katzen notwendig eine gewisse Routine zu erfahren und so Sicherheit und Geborgenheit empfinden zu können. Bitte versuchen Sie Ihre Katze nicht länger als vier bis fünf Stunden regelmäßig alleine zu lassen.

Gibt es die Möglichkeit, dass Ihre Katze ins Freie geht? Ist dies sicher und wollen Sie dies?

Bitte bedenken Sie, dass Katzen zwar als sehr intelligent bezeichnet werden können, aber nicht per se an den Straßenverkehr und seine Gefahren gewöhnt sind. Die meisten tödlichen Unfälle bei den sogenannten „Freigängern“ ereignen sich in den ersten beiden Lebensjahren. Wenn Ihre Katze das zweite Lebensjahr erreicht hat, wird sie in der Regel „steinalt“.

Gibt es eine Urlaubsvertretung für Ihre Katze?

Dies ist besonders wichtig, da Katzen in der Regel nicht wie Hunde mit Ihnen in Urlaub fahren. Sie könnten die unbekannte Umgebung nicht genießen und müssten vermutlich immer im Zimmer bzw. in ihrer Transportbox eingeschlossen bleiben. Ein Catsitter oder eine gute Katzenpension bieten sich hier als Alternative an. Bedenken Sie bitte die Zusatzkosten von zehn bis zwanzig Euro am Tag. Die Preise schwanken je nach Angebot und Nachfrage in Ihrer Region. Wichtig ist es zudem, sich im Falle der Katzenpension vorher ein Bild von den Begleitumständen zu machen. Wird sich meine Katze dort wohl fühlen?

Sind die Räume katzentauglich und sauber. Gibt es eine eingehende und sorgsame Betreuung?

Solche Fragen muss man sich zunächst beantworten.

Gibt es Familienmitglieder mit einer Tierhaar- speziell einer Katzenhaarallergie?

Trotz medikamentöser Behandlungsmöglichkeit der Betroffenen wäre dies ein KO-Kriterium, denn niemand will und kann über Jahrzehnte Kortison und andere Präparate zu sich nehmen, nur weil eine Katze in die Familie kommen soll. Meist beschränkt sich eine solche Allergie auf eine Tierart, Hunde oder andere Haustiere können eine Alternative sein.

Haben Sie eine besonders sensible Nase?

Trotz aller sorgfältigen Reinigung von Ihnen und Ihrer Katze können Sie eine Katze in 95% der Fälle riechen. Wenn Sie zum Beispiel bei einem Katzenhaushalt zu Gast sind, riechen Sie die Katze, lange bevor Sie sie sehen.
Ist Ihnen die Inneneinrichtung und ihr stets einwandfreier Zustand äußerst wichtig? Oder wären Sie bereit, Ihre vier Wände katzengerecht einzurichten und Kratzspuren zu dulden?

Katzentoilette und Kratzbaum sind unabdingbar und werden Ihre Einrichtung in Zukunft ergänzen. Ähnlich wie bei kleinen Kindern müssen Sie Türen und Fenster sichern, für die Katze giftige Pflanzen entsorgen und sich darauf einstellen, dass Sie an Ihren Möbeln und Wänden Kratzspuren finden und Ihre Polstermöbel durchaus mit einer Haarpracht verschönert werden. Sind Sie bereit, das zu tolerieren?

„In guten wie in schlechten Zeiten…“

Auch Ihr zunächst kleiner Stubentiger wird einmal alt, benötigt unter Umständen besondere Pflege, hört und sieht vielleicht schlecht und wird etwas eigenartig. Mit sieben bis acht Jahren ist sie bereits ein reiferes Exemplar, welches eine spezielle Ernährung und Pflege durchaus benötigt. Bitte seien Sie sich dessen bewusst.

Haben Sie alle Fragen und Überlegungen im positiven Sinne beantwortet?

Frei nach dem Motto „Katze? Na klar!“ Dann geht es nur noch darum, welche Art von Katze geeignet ist und wo sie herkommt. Sogenannte Hauskatzen stellen über 90% aller Katzenarten dar. Oder soll es doch eine Rassekatze sein? Wollen Sie eine Katze oder gleich zwei? Haben Sie bereits eine zuhause und suchen einen Kameraden? In diesem Fall ist es immer einfacher eine junge Katze oder das Katzenbaby in die Obhut der älteren Katze zu geben.

Woher soll die Katze kommen? Es gibt sehr gute Züchter, selbstverständlich das Tierheim oder Privathaushalte, die als Quellen in Frage kommen. Weitere Informationen sowie Adressen gibt es zum Beispiel bei Ihrem örtlichen Tierheim oder Ihrem Tierarzt.