Artgerechte Haltung von Nagetieren

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Kaninchen

Die Kaninchen sind Großfamilientiere. Das heißt, dass sie in der freien Natur in Gemeinschaften mit vielen Mitgliedern zusammenleben.

Die allgemein gültige Vermutung ist, dass Kaninchen, ähnlich wie Enten, monogame Tiere sind. Kaninchen-Frau und Mann leben also auf Dauer treu zusammen und paaren sich nur mit dem jeweiligen Partner.

So ist es nicht verwunderlich, wenn die Empfehlung lautet, Kaninchen, die als Haustiere gehalten werden, wann immer möglich nicht als Einzeltier, sondern mindestens zu zweit zu halten.

Die beste Kombination sind Männlein und Weiblein, aber bitte beachten Sie den stark ausgeprägten Fortpflanzungsdrang! Und stellen Sie sicher, dass zumindest das Männchen kastriert ist. Für Ihren Tierarzt bzw. Ihre Tierärztin ist dies ein kleiner Routineeingriff. Zwei männliche Kaninchen verstehen sich ebenfalls recht gut, bei zwei Weibchen ist ein „Zickenkrieg“ vorprogrammiert.

Wenn Sie genügend Platz und Zeit haben, ist ein Mini-Team mit mehreren Weibchen und mehreren kastrierten Männchen ideal.

Tiere, die von „Baby-Hoppel-Beinen“ an miteinander aufwachsen, kommen am besten miteinander zurecht.

Eine Mischung zwischen Kaninchen und anderen Kleintieren wie Meerschweinchen oder Ratten ist absolut nicht zu empfehlen; dazu sind die Tiere einfach viel zu unterschiedlich.

Wenn Sie ein zweites Kaninchen zukaufen und zu dem bereits vorhandenen Kaninchen gesellen wollen, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

Das erste Kennenlernen erfolgt auf neutralem Territorium. Demzufolge hat keines der Tiere einen Heimvorteil, den es zu verteidigen gilt. Ausreichend Platz muss als Rückzugsmöglichkeit vorhanden sein. Dies können zwei Häuschen sein oder einfach nur zwei kleine Schachteln. Zudem sollte mindestens eine Toilette, Futter (Frischfutter und Heu) sowie etwas zum Trinken bereitstehen. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, können beide Tiere zeitgleich in das Kennenlern-Gehege gesetzt werden.

Sobald die „neue“ Umgebung inspiziert ist, werden sich die Tiere beschnuppern und relativ schnell klären wollen, wer denn nun das ranghöhere Tier ist. Sich jagen, anbrummen, durchaus auch ein kleiner Ringkampf sind völlig normal! Sie greifen nur ein, wenn die Fetzen zu sehr fliegen und die Tiere dabei sind sich ernsthaft zu verletzten. Achtung! Nur mit dicken Lederhandschuhen eingreifen, sonst „dürfen“ Sie noch zum Arzt.

Das Beschnuppern und Freundschaft schließen kann durchaus einige Tage, vielleicht sogar Wochen dauern. Nicht verzagen: Starten Sie jeden Tag wieder einen neuen Anlauf. Wenn die Tiere sich über mehrere Stunden und Tage gut vertragen haben, kann der Umzug in das gemeinsame Gehege erfolgen. Im Gehege kann es noch zu einem erneuten Rangkampf kommen, der aber in der Regel schnell abgeschlossen ist.

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Meerschweinchen

Meerschweinchen sind an das Leben in einer Großfamilie gewohnt. In freier Natur leben sie in Gemeinschaften mit vielen anderen Tieren zusammen. Leider sind Sie als menschlicher „Mitbewohner“ kein adäquater Ersatz für die echte, natürliche Meerschweinchengruppe. Darüber kann selbst eine intensive, dauerhafte Beschäftigung mit dem Meerschweinchen nicht hinwegtrösten.

Wenn es also ein Meerschweinchen als Haustier sein soll, dann lautet die Devise: Immer mindestens zwei, besser drei oder noch mehr Tiere nehmen!

Die beste Kombination besteht aus mehreren Weibchen mit einem kastrierten Männchen, der als Friedensstifter unter den Weibchen fungiert.

Reine Weibchen- oder reine Männchen-Gruppen sind zwar möglich, aber eher unnatürlich und somit nicht ideal.

Wenn Sie eine ganze Gruppe, die bereits zusammengelebt hat, neu bei sich als aufnehmen, ist dies sicherlich am einfachsten, denn für alle Tiere ist die Umgebung eine neue Herausforderung.

Wenn Sie eines oder mehrere Tiere zu bereits vorhandenen Tieren zukaufen wollen, empfehlen wir Ihnen folgende Vorgehensweise:

Wenn Sie zuhause ankommen und die Eingewöhnungsphase beginnt, muss der Neuzugang erst einmal für 14 Tage von den vorhandenen Tieren separiert werden. Er oder sie befindet sich in einem separaten Gehege. Blickkontakt mit den „alten“ Tieren ist durchaus vorhanden, es gibt aber noch keinen körperlichen Kontakt. Ihr Tierarzt sollte das Tier ebenfalls untersuchen, um sicherzustellen, dass der „Zuwachs“ auch wirklich gesund ist.

Können sich die Tiere gut riechen? Sie können durchaus jeden Tag (wenn der Tierarzt das Ok gegeben hat) das Tier in den jeweilig anderen Käfig oder das Gehege geben. Dies erleichtert das Kennenlernen.

Das erste persönliche, körperliche Kennenlernen erfolgt auf neutralem Territorium, am besten beim Freilauf. Das bedeutet: Keines der Tiere hat einen Heimvorteil, den es zu verteidigen gilt. Ausreichend Platz muss als Rückzugsmöglichkeit vorhanden sein. Dies können mehrere Häuschen sein – bitte mit mindestens zwei Eingängen, damit kein Tier in die Enge getrieben werden kann. Zudem sollte mindestens eine Toilette, Futter (Frischfutter und Heu) sowie etwas zum Trinken bereit stehen. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, können alle Tiere zeitgleich in das Kennenlern-Gehege gesetzt werden.

Sobald die „neue“ Umgebung inspiziert ist, werden sich die Tiere beschnuppern und relativ schnell klären wollen, wer denn nun der Chef/ die Chefin ist. Sich jagen, anbrummen, durchaus ebenfalls ein kleiner Ringkampf sind völlig normal! Die Tiere werden zudem versuchen durch das sogenannte „Aufreiten“ zu demonstrieren, dass sie das stärkere oder ranghöhere Tier sind.

Bitte greifen Sie nur ein, wenn die Fetzen zu sehr fliegen und die Tiere dabei sind sich ernsthaft zu verletzen. Wichtig ist hierbei, dass Sie nur mit dicken Lederhandschuhen ausgerüstet eingreifen. Sonst dürfen Sie selbst noch zum Arzt.

Die Phase des Kennenlernens und Anfreundens kann durchaus einige Tage, manchmal sogar Wochen dauern. Sie sollten sich in Geduld üben und immer wieder einen neuen Anlauf starten. Wenn sich die Tiere schließlich über mehrere Stunden und Tage gut vertragen haben, kann der Umzug in ein gemeinsames Gehege erfolgen. Im neuen Gehege kann es noch zu einem erneuten Rangkampf kommen, der aber in der Regel schnell abgeschlossen ist.

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Hamster

Hamster sind Einzelgänger. Das bedeutet, sie haben in der freien Natur jeder für sich ein eigenes Revier. Aus diesem Grund sollten Sie Hamster am besten nur als Einzeltiere im Käfig halten.

Allerdings empfiehlt es sich hier zwischen Gold- und Zwerghamstern zu unterscheiden.

Denn einige Zwerghamsterarten wie Roborowski und Campell akzeptieren immerhin die Gemeinschaft innerhalb der Familie, in einigen Fällen auch weitere Artgenossen. Wichtig bei der Gruppenhaltung ist, dass den Tieren bei Konflikten und Revierkämpfen ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten geboten werden. Dennoch muss das Verhalten der einzelnen Tiere regelmäßig beobachtet werden: Bei gehäuften Konflikten sollte die Gruppe getrennt werden.

Goldhamster bevorzugen allerdings klar die Form der Alleinhaltung.

Wer nicht auf die gemeinsame Haltung mehrerer Kleintiere verzichten und auf Nummer Sicher gehen will, sollte es mit einer anderen Tierart versuchen.  Zum Beispiel Kaninchen oder Meerschweinchen.

Oder aber Sie halten Hamster mit anderen Nagern, zum Beispiel Chinchillas oder Kaninchen, zusammen bei sich zu Hause.

Aber: Auch hier gilt, dass Ihr Hamster sein eigenes Reich benötigt und maximal in einem gemeinsamen Auslauf Kontakt mit anderen Tieren wie Chinchillas aufnehmen will. Chinchillas sind wie Hamster nachtaktive Tiere. Aus diesem Grunde passt diese „Nebeneinander-Wohngemeinschaft“ ganz gut.

Bitte auf keinen Fall einen Hamster mit einer Ratte in den gemeinsamen Auslauf lassen, denn die Ratte würden den Hamster sofort attackieren und töten.

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Mäuse

Die Farbmäuse sind an das Leben in einer großen Familie gewöhnt. Sie leben in der Natur in Gemeinschaften mit vielen Mitgliedern zusammen. Bitte glauben Sie nicht, dass Sie trotz intensiver Beschäftigung mit Ihrer Maus ein passender Ersatz für eine natürliche Mäuse-Familie sein können.

Wenn es also eine Maus als Haustier sein soll, dann wäre die Anschaffung einer Gruppe von 3 bis 4 Tieren ideal. Dabei lassen sich jüngere Tiere oftmals besser vergesellschaften als ältere Tiere.

Für die Vergesellschaftung von Farbmäusen eignen sich vor allem mehrere Weibchen. Ein Harem mit einem Männchen in ihrer Mitte ist ebenso denkbar. Allerdings sollte dieses kastriert werden um einer raschen Vermehrung entgegen zu wirken.

Im Falle von Rennmäusen ist dies nicht ganz so einfach: Die Kastration des Bocks ist komplizierter als bei Farbmäusen und muss vorab mit dem Tierarzt besprochen werden. Ist die Möglichkeit aber gegeben, freuen sich Rennmäuse über eine paarweise Haltung mit einem Vertreter des anderen Geschlechts.

Hat sich in der freien Natur Nachwuchs eingestellt, werden die ältesten Jungen aus dem Bau oder Nest vertrieben. In einem Terrarium bzw. in der Haustierhaltung ist dies nicht möglich und auch nicht nötig, da Sie für ausreichend Nahrung sorgen. Allerdings wird es logischerweise immer enger, und dies verursacht Stress bei den Mäusen.

Die Lösung ist entweder eine geschlechterspezifische Trennung der Familie oder die Kastration der männlichen Familienmitglieder und das Verschenken der „extra“ Mäuse.

Reine Weibchen- oder reine Männchen-Gruppen sind möglich, aber eher unnatürlich und somit nicht ideal.

Wenn Sie eines oder mehrere Tiere zu bereits vorhandenen Tieren zukaufen wollen, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

Zuhause angelangt muss der Neuzugang erst einmal für 14 Tage von den vorhandenen Tieren separiert werden. Das neue Tier befindet sich in einem separaten Käfig oder Gehege und kann durchaus Blickkontakt mit den „alten“ Tieren haben, aber keinen körperlichen Kontakt. Ihr Tierarzt sollte das Tier ebenfalls untersuchen, um sicherzustellen, dass der „Zuwachs“ auch wirklich gesund ist.

Können sich die Tiere gut riechen? Sie können durchaus jeden Tag (wenn der Tierarzt das Ok gegeben hat) die Tiere in den jeweilig anderen Käfig oder ein Gehege geben; dies erleichtert das Kennenlernen.

Das erste „richtige“, körperliche Kennenlernen erfolgt auf neutralem Territorium, am besten beim Freilauf. Das bedeutet, dass keines der Tiere einen Heimvorteil hat, den es zu verteidigen gilt. Ausreichend Platz muss als Rückzugsmöglichkeit vorhanden sein. Dies können mehrere Häuschen sein – bitte mit mindestens zwei Eingängen, damit kein Tier in die Enge getrieben werden kann. Zudem sollte mindestens eine Toilette, Futter (Frischfutter und Heu) sowie etwas zum Trinken bereitstehen. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, können alle Tiere zeitgleich in das Kennenlern-Gehege gesetzt werden.

Sie greifen nur ein, wenn die Fetzen zu sehr fliegen und die Tiere dabei sind sich ernsthaft zu verletzten. Achtung! Nur mit Lederhandschuhen eingreifen, sonst müssen Sie selbst noch zum Arzt.

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Farbratte

Farbratten müssen in Gruppen und Großfamilien leben – niemals alleine! Bitte beachten Sie, dass Sie für ein harmonisches Team viel Geduld brauchen. Und dass dies nicht ein einmaliger Prozess ist, sondern Sie auf Dauer gefordert sind, immer wieder die benötigte Hilfestellung als Coach bzw. quasi als Team-Oberhaupt zu erbringen.

Die ideale Kombination ist eine Mischung aus Weibchen und kastrierten Männchen unterschiedlichen Alters. Dies bedeutet, dass Sie von Zeit zu Zeit verstorbene Tiere durch „Nachwuchs“ ersetzen müssen.

Der Entschluss, sich Farbratten als Haustiere zuzulegen muss also sehr gründlich überlegt sein, denn die Vergesellschaftung erfordert viel Zeit, wird Ihre Geduld ausführlich auf die Probe stellen und Ihnen sehr viel Einfühlungsvermögen abverlangen.

Das Teambuilding, wie man auf Neudeutsch den Prozess der Vergesellschaftung auch nennt, ist für die Ratten und für Sie selbst als Halter immer eine stressige Zeit. Denn durch jedes Tier, das hinzukommt, wird die Rangfolge innerhalb der Mannschaft wieder neu ausgefochten. Es ist daher besser nicht permanent neue Teammitglieder integrieren zu wollen, sondern genügend Erholungszeit einzuplanen.

Wenn Sie eines oder mehrere Tiere zu den bereits vorhandenen Tieren zukaufen wollen, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

In Ihrem Haus oder der Wohnung angelangt, muss der Neuzugang erst einmal für vier Wochen von den vorhandenen getrennt werden. Also sorgen Sie bitte für ein separates Gehege für Alt- und Neubewohner.

Die Tiere: Alte und neue Mitbewohner sollten sich am besten weder sehen noch riechen können. Ihr Tierarzt sollte das Tier bzw. die Tiere ebenfalls untersuchen, um sicherzustellen, dass der „Zuwachs“ gesund ist.

Das erste persönliche Zusammentreffen erfolgt auf neutralem Territorium, am besten beim Freilauf. Dann hat keines der Tiere einen Heimvorteil, den es zu verteidigen gilt.

Es darf keine Rückzugmöglichkeit vorhanden sein! Also sehen Sie am besten einen komplett leeren Raum bzw. Bereich vor. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, können alle Tiere zeitgleich in das Kennenlern-Gehege gesetzt werden.

Sobald die „neue“ Umgebung inspiziert ist, werden sich die Tiere beschnuppern und relativ schnell klären wollen, wer denn nun der Chef oder die Chefin ist. Sich jagen, anbrummen, durchaus auch ein kleiner Ringkampf sind völlig normal.

Sie greifen bitte nur ein, wenn ein Tier dauerhaft gebissen wird. Wichtig ist, dass Sie sich selbst in solchen Fällen mit dicken Lederhandschuhen schützen, sonst bedürfen Sie noch einer ärztlichen Behandlung.

Sind die Tiere auf neutralem Territorium friedlich im Umgang, können Sie Schritt für Schritt Einrichtungsgegenstände wie Spiel- und Klettergegenstände, Häuschen etc. integrieren. Dies erfolgt ebenfalls Schritt für Schritt.

Nach dieser Phase der Annäherung, die teils Tage, teils sogar Wochen in Anspruch nimmt, können Sie den nächsten Schritt einleiten. Wichtig ist, dass Sie den Tieren ihre Zeit geben. Wenn die Tiere sich über mehrere Stunden und Tage gut vertragen haben, kann der Umzug in das gemeinsame Gehege erfolgen. Auch im neuen Gehege kann es noch zu einem erneuten Rangkampf kommen, der aber in der Regel schnell abgeschlossen sein sollte. Wenn dies nicht gelingt bzw. ein Tier immer wieder für Unruhe sorgt, muss es ausgetauscht werden.

Sie sehen: Ratten als Haustiere zu halten erfordert einen erheblichen Aufwand. Seien Sie sich dessen absolut bewusst!

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Streifenhörnchen

Streifenhörnchen sind Einzelgänger. Das bedeutet, sie haben in der freien Natur ein eigenes Revier für sich selbst. Aus diesem Grund sollten Sie Streifenhörnchen am besten nur als Einzeltiere im Käfig halten.

Möchten Sie unbedingt zwei Tiere zusammen halten, sollte der Käfig auf jeden Fall wesentlich größer sein als der für ein Einzeltier.

Wichtig ist es, dass jedes Tier sein eigenes Reich hat, in das es sich zurückziehen kann – also das Ganze eher als eine WG mit zwei Appartements (Schlafzimmer, Toilette und Esszimmer) angelegt ist, die durch einen gemeinsamen Wohn- und Spielbereich miteinander verbunden sind.

Wenn Sie keinen Zuchtbetrieb beginnen möchten, sollten Sie zwei gleichgeschlechtliche Tiere wählen. Dabei ist es egal, ob zwei Männchen oder zwei Weibchen.

Bitte sind Sie bereit sofort einzugreifen, wenn die Auseinandersetzungen zu intensiv werden, denn die ansonsten so süß aussehenden „A- und B-Hörnchen“ sind erbitterte Kämpfer-Gladiatoren, die sich tödliche Verletzungen zufügen können.

Sie merken, wir empfehlen Ihnen ganz klar, auf eine Einzelhaltung zu gehen oder sich mit einer anderen Tierart anzufreunden, die gerne zu zweit bzw. im Rudel gehalten werden können: Zum Beispiel Kaninchen oder Meerschweinchen.

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Chinchilla

Chinchillas sind Großfamilientiere und leben in der freien Natur in Gemeinschaften mit vielen Mitgliedern. Bitte glauben Sie nicht, dass Sie trotz intensiver Beschäftigung mit Ihrem Chinchilla ein passender Ersatz für ein zweites oder drittes Chinchilla sind.

Wenn es also ein Chinchilla als Haustier sein soll, dann muss die Basis Ihrer Entscheidung immer sein, mindestens zwei zu nehmen.

Die beste Kombination sind Männlein und Weiblein, aber bitte beachten Sie den stark ausgeprägten Fortpflanzungsdrang! Und stellen Sie sicher, dass zumindest das Männchen kastriert ist. Allerdings ist dies für das Chinchilla-Männchen ein recht gefährlicher Eingriff.

Wenn Sie also das Risiko nicht eingehen wollen, dann freuen Sie sich entweder auf Chinchilla-Babys oder wählen Sie gleichgeschlechtliche Pärchen aus.

Mutter und Tochter vertragen sich meist sehr gut. Das Zusammenleben zweier Weibchen, die von klein auf aneinander gewohnt sind, funktioniert ebenfalls recht gut. Zwei Männchen ohne Damen in der Nähe funktioniert auch; allerdings ist hier die Gefahr von immer wieder aufkommenden Revierkämpfen gegeben.

Eine Mischung zwischen Chinchillas und Kaninchen oder anderen Kleintieren wie Meerschweinchen oder Ratten ist absolut nicht zu empfehlen. Dazu sind die Tiere einfach viel zu unterschiedlich.

Wenn Sie ein weiteres Chinchilla zukaufen oder zu bereits vorhandenen Chinchilla(s) gesellen wollen, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

Mit seriösen Züchtern und Geschäften können Sie ein Rückgaberecht vereinbaren, falls es wirklich nicht mit dem Zusammenleben mit den bereits vorhandenen Chinchilla(s) klappen sollte. In Ihrem Haus oder der Wohnung angelangt, muss der Neuzugang erst einmal für 14 Tage von den vorhandenen Tieren separiert werden. Das bedeutet, er befindet sich in seinem Käfig und kann durchaus Blickkontakt mit den „bisherigen“ Tieren haben, aber keinen körperlichen Kontakt. Ihr Tierarzt sollte das Tier ebenfalls untersuchen, um sicherzustellen, dass der „Neue“ wirklich gesund ist.

Können sich die Tiere gut riechen? Sie können durchaus jeden Tag (wenn der Tierarzt das Ok gegeben hat) die Tiere in den jeweils anderen Käfig geben. Dies erleichtert das Kennenlernen.

Das erste persönliche Kennenlernen erfolgt auf neutralem Territorium, am besten beim Freilauf. Das bedeutet: Keines der Tiere hat einen Heimvorteil, den es zu verteidigen gilt. Ausreichend Platz muss als Rückzugsmöglichkeit vorhanden sein; dies können zwei Häuschen sein oder einfach nur zwei kleine Schachteln. Zudem sollte mindestens eine Toilette, Futter (Frischfutter und Heu) sowie etwas zum Trinken bereit stehen. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, können beide Tiere zeitgleich in das Kennenlern-Gehege gesetzt werden.

Sobald die „neue“ Umgebung inspiziert ist, werden sich die Tiere beschnuppern und relativ schnell klären wollen, wer denn nun das ranghöhere Tier ist. Sich jagen, anbrummen, durchaus auch ein kleiner Ringkampf sind völlig normal! Sie greifen nur ein, wenn die Fetzen zu sehr fliegen und die Tiere dabei sind sich ernsthaft zu verletzten. Achtung: Nur mit dicken Lederhandschuhen eingreifen, sonst müssen Sie sich noch „in eigener Sache“ auf den Weg zum Arzt begeben.

Die Annäherung kann durchaus einige Tage, vielleicht sogar Wochen dauern. Nicht verzagen, jeden Tag wieder einen Anlauf starten. Wenn die Tiere sich über mehrere Stunden und Tage gut vertragen haben, kann der Umzug in das gemeinsame Gehege erfolgen. Auch im neuen Gehege kann es noch zu einem weiteren Rangkampf kommen, der aber in der Regel recht schnell abgeschlossen ist.

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Degu

Die Degus fühlen sich erst in einem Rudel wohl. Sie sind das Leben in einer Großfamilie gewohnt und halten sich in der freien Natur in Gemeinschaften mit vielen Mitgliedern auf.

Grundsätzlich ist die beste Kombination für ein Degu-Rudel mehrere Weibchen mit einem kastrierten Männlein, das als Friedensstifter unter den Weibchen fungiert.

Reine Weibchen- oder reine Männchen-Gruppen sind möglich, aber eher unnatürlich und somit nicht ideal.

Wenn Sie eines oder mehrere Tiere zu bereits vorhandenen Tieren zukaufen wollen, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

Sobald Sie mit dem neuen Tier zuhause ankommen, muss es erst einmal für 14 Tage von den vorhandenen separiert werden. Das bedeutet: Er/ sie hält sich in einem separaten Käfig oder Gehege auf und kann durchaus Blickkontakt mit den „alten“ Tieren haben – aber keinen körperlichen Kontakt! Ihr Tierarzt sollte das Tier oder die Tiere ebenfalls untersuchen, um sicherzustellen, dass der „Zuwachs“ wirklich gesund ist.

Können sich die Tiere gut riechen? Sie können die Tiere durchaus jeden Tag (wenn der Tierarzt das Ok gegeben hat) in den jeweilig anderen Käfig bzw. das Gehege geben; dies erleichtert das Kennenlernen.

Das erste persönliche und körperliche Kennenlernen erfolgt auf neutralem Territorium, am besten beim Freilauf. Das bedeutet, dass keines der Tiere einen Heimvorteil hat, den es zu verteidigen gilt. Ausreichend Platz muss als Rückzugsmöglichkeit vorhanden sein, dies können mehrere Häuschen sein – bitte mit mindestens zwei Eingängen, damit kein Tier in die Enge getrieben werden kann. Zudem sollte mindestens eine Toilette, Futter (Frischfutter und Heu) sowie etwas zum Trinken bereitstehen. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, können alle Tiere zeitgleich in das Kennenlern-Gehege gesetzt werden.

Sie greifen nur ein, wenn die Fetzen zu sehr fliegen und die Tiere dabei sind sich ernsthaft zu verletzten. Achtung! Nur mit Lederhandschuhen eingreifen, sonst dürfen Sie selbst noch zum Arzt.

Das neue Alpha-Tier wird in den ersten Tagen darauf bedacht sein seine neugewonnene und bestätigte Position nachhaltig zu sichern und die übrigen Familienmitglieder durch wiederholte Angriffe darüber in Kenntnis zu setzen, wer der Chef ist.

Wenn ein unterlegenes Tier fortlaufend attackiert wird, müssen Sie einschreiten, damit schlimmere Verletzungen vermieden werden.

Gruppenaufbau / Vergesellschaftung – Lemminge

Die Lemminge sind Großfamilien-Tiere. Sie leben in der freien Natur in Gemeinschaften mit bis zu 50 Tieren. Ganz so viele Tiere werden Sie nicht unbedingt artgerecht bei sich in Ihrem Appartement halten können, aber mindestens zu zweit müssen die Lemminge schon sein.

Die beste Kombination sind Männchen und Weibchen, aber bitte beachten Sie den stark ausgeprägten Fortpflanzungsdrang! Und stellen Sie sicher, dass zumindest das Männchen kastriert ist.

Entweder freuen Sie sich auf Lemming-Nachwuchs oder Sie halten gleichgeschlechtliche Pärchen, um kein Risiko einzugehen.

Mutter und Tochter vertragen sich meist sehr gut. Zwei Weibchen, die von klein auf aneinander gewohnt sind, funktionieren als Wohngemeinschaft ebenfalls recht gut. Zwei Männchen ohne Damen in der Nähe funktioniert auch, allerdings ist hier die Gefahr von immer wieder aufkommenden Revierkämpfen gegeben.

Wenn Sie ein neues Tier zu Ihrem vorhandenen Tier oder Team dazukaufen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

Der Neuzugang muss daheim erst einmal für 14 Tage von den vorhandenen separiert werden. Das bedeutet: Er ist in seinem Käfig und kann durchaus Blickkontakt mit den „alten“ Tieren haben, aber keinen körperlichen Kontakt. Ihr Tierarzt sollte das Tier ebenfalls untersuchen, um sicherzustellen, dass der oder die „Neue“ auch wirklich gesund ist.

Können sich die Tiere gut riechen? Sie können durchaus jeden Tag (wenn der Tierarzt das Ok gegeben hat) die Tiere in den jeweilig anderen Käfig geben; dies erleichtert das Kennenlernen.

Das erste persönliche Kennenlernen erfolgt auf neutralem Territorium, am besten beim Freilauf. Das bedeutet, dass keines der Tiere einen Heimvorteil hat, den es zu verteidigen gilt. Ausreichend Platz muss als Rückzugsmöglichkeit vorhanden sein. Dies können zwei Häuschen sein oder einfach nur zwei kleine Schachteln. Zudem sollte mindestens eine Toilette, Futter (Frischfutter und Heu) sowie etwas zum Trinken bereit stehen. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, können die Tiere zeitgleich in das Kennenlern-Gehege gesetzt werden.

Sobald die „neue“ Umgebung inspiziert ist, werden sich die Tiere beschnuppern und relativ schnell klären wollen, wer denn nun das ranghöhere Tier ist. Sich jagen, anbrummen, durchaus auch ein kleiner Ringkampf sind völlig normal! Sie greifen nur ein, wenn die Fetzen zu sehr fliegen und die Tiere dabei sind sich ernsthaft zu verletzten. Achtung: Greifen Sie nur mit dicken Lederhandschuhen ein. Sonst dürfen Sie zum Arzt, denn die Lemminge kennen in ihrem Eifer Sie und Ihre Hand nur noch als potentiellen Gegner.

Das Anfreunden kann durchaus einige Tage, vielleicht sogar Wochen dauern. Nicht verzagen, jeden Tag wieder einen Anlauf starten. Wenn die Tiere sich über mehrere Stunden und Tage gut vertragen haben, kann der Umzug in das gemeinsame Gehege erfolgen. Im neuen Gehege kann es noch zu einem erneuten Rangkampf kommen, der aber in der Regel schnell abgeschlossen ist.