Gärtnern im Quadrat

Auf städtischen Balkonen, Fensterbänken oder in Kübeln vor der Haustür – wer sich mit Bio-Obst und -Gemüse selbst versorgen will, braucht nicht viel Platz, ja noch nicht einmal einen eigenen Garten! Hier haben wir ein paar Tipps für Sie:

Für Balkon-Bauern

Hochbeete

Die Hochbeete von Knauber ermöglichen städtisches Gärtnern auch auf kleinem Raum. Die festen Rahmenkonstruktionen aus Holz oder Metall unterscheiden sich von Flachbeeten nicht nur durch die Höhe, sondern auch durch ihren inneren Aufbau. Schließlich ist man bei einem Hochbeet nicht auf die Bodenqualität vor Ort angewiesen und kann beste Voraussetzungen für Obst und Gemüse schaffen. Zunächst sollte man mit einer Drainage die Bewässerung des Beets regulieren – sie verhindert das Überlaufen der Erdschicht bei übermäßiger Bewässerung.

Über die Drainage kommt eine Schicht grober Baumschnitt, darüber werden Grünabfälle und Gartenerde gefüllt. Diese wird mit Kompost und anschließend mit Pflanzenerde beschüttet. Wie bei einem Komposthaufen kommt es so im Innern zu einem Verrottungsprozess, bei dem Wärme entsteht. Der Boden heizt sich auf – so kann schon zu Beginn des Frühlings gesät werden. Hochbeete erwärmen sich im allgemeinen sehr viel schneller als Flachbeete, was wiederum Keimung und Wachstum der Pflanzen begünstigt.

Pflanztaschen

Frische Kräuter, Tomaten oder sogar Kartoffeln können auch ganz einfach in Pflanztaschen großgezogen werden. Die Taschen haben Ösenlöcher gegen Staunässe und meist praktische Tragegriffe für den Transport. Wer noch nicht mal Platz auf dem Boden des Balkons hat, kann sich auch Upside-down-Taschen zulegen, die am Dachvorsprung aufgehängt werden. Hier wird das Gemüse kopfüber gepflanzt und wächst nach unten.

Kübel und Kästen

Die meisten Pflanzen gedeihen wunderbar in Balkonkästen, Töpfen und Kübeln aus Kunststoff, Ton oder Holz. Damit keine Staunässe auftreten kann, sollten die Gefäße ein Abzugsloch haben. Ansonsten gilt: Je größer, desto besser – so können sich die Wurzeln richtig ausbreiten.

1 x 1 des Kübel-Gärtnerns

Platz

Kübel, Kästen und Hochbeete können beinahe überall aufgestellt werden – solange dort täglich mindestens 6 Stunden die Sonne scheint. Jedoch sollten die Pflanzen nicht den ganzen Tag über in der prallen Sonne stehen und möglichst windgeschützt sein. Je nach Pflanze spielt die Ausrichtung des Balkons eine wichtige Rolle: Manche Pflanzen brauchen sehr viel Licht und Wärme – ein Südbalkon ist dann optimal. Andere wiederum geben sich auch mit weniger Licht zufrieden.

Erde

Anders als bei einem Beet findet in Kübeln und Hochbeeten kein natürlicher Nährstoffaustausch statt – schließlich gibt es keinen Bodenkontakt. Eine spezielle Anzuchterde und regelmäßige Düngerzugabe sind also notwendig. Außerdem darf die Erde nie vollständig austrocknen, sollte aber auch nicht zu nass sein.

Ausrüstung

Für Gärtnern auf kleinstem Raum bedarf es nur Gartenhandschuhe, einer Harke und Pflanzkelle sowie einer Gießkanne. Dazu kommen Saatgut, spezielle Erde und organischer Dünger.

Pflanzen

So gut wie alle Gemüsesorten wachsen in Kübeln: Paprika, Gurke, Salat – sogar Kartoffeln kann man so ernten. Naschgemüse und Zwergobst sind besonders gut geeignet: Die Pflanzen werden nicht sehr groß und erfordern kaum Pflege.

Auch andere kleinfruchtige Arten wie Chilischoten, Lauch oder Brokkoli und sogar Kürbisse (in größeren Gefäßen von mindestens 20 l) gedeihen in Kübeln prima.

Für Kleinstgarten-Kultivierer

Square-Foot-Gardening

Um auch kleinste Gärten optimal zu bewirtschaften, bietet sich die Methode „Square-Foot-Gardening“ an. Dieser Trend im Obst- und Gemüseanbau ermöglicht nämlich eine vielfältige Selbstversorgung auf engstem Raum.

Das Prinzip ist einfach:

Ein Beet wird in viele kleine Quadrate eingeteilt, die etwa die Größe 30 x 30 cm haben (was einem Fuß im Quadrat entspricht, daher der Name „Square-Foot“). Die Unterteilung der einzelnen Vierecke kann mit Latten oder gespannten Schnüren gekennzeichnet werden.

Die Quadrate können unterschiedlich bepflanzt werden, so dass eine Mischkultur entsteht – die verschiedenen Pflanzen stärken sich gegenseitig und wachsen im optimalen Abstand zueinander. Im Gegensatz zur herkömmlichen Reihenaussaat spart man nicht nur Platz, sondern auch Arbeit und Wasser.

Tipp:
„Square-Foot-Gardening“ ist auch auf der Terrasse oder im Hinterhof möglich. Hier finden Sie eine Bauleitung für Ihren eigenen Square-Garden. Wer nicht selbst einen quadratischen Kasten bauen und mit Unkrautvlies auslegen will, erhält bei Knauber auch einen fertigen Kasten. Dieser sollte mindestens 15 cm tief sein – für flachwurzelnde Nutzpflanzen wie Salat, Gurke oder Rhabarber reicht das aus. Dann einfach mit Anzuchterde füllen und schon kann drauflos gegärtnert werden. Bei der Aufteilung der Pflanzen sollten Sie allerdings beachten, dass Gemüse, das sehr hoch wächst, anderen Pflanzen das Licht nehmen kann. Säen Sie also hochwachsendes Gemüse eher in nördlicher, kleinwüchsiges in südlicher Ausrichtung.

Und nicht vergessen: Es gibt gute und schlechte Nachbarn. Möhren gedeihen zum Beispiel gut neben Tomaten, leiden jedoch neben Rüben oder Kohl. Mehr Infos hier…


Pflanzplan:

Wenn Sie Ihr Gemüse zum richtigen Zeitpunkt anbauen, können Sie das ganze Jahr mit maximalem Erfolg ernten. Hier finden Sie unseren Pflanzplan:

Pflanzplan von knauber


Für Fensterbank-Farmer

Indoor Gardening

Wer weder Besitzer eines Gartens noch eines Balkons ist, der hat (hoffentlich) ein Fenster – mehr braucht man nämlich nicht, um sich zumindest mit ein paar Pflanzen selbst zu versorgen. Grundsätzlich lassen sich Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch, Zitronenmelisse oder Petersilie wunderbar auf der heimischen Fensterbank aus Samen ziehen. Wem selbst dafür der grüne Daumen fehlt, der kann die fertig gewachsenen Kräuter auch im Topf kaufen.

Tipp:
Je mehr Kräuter abgeschnitten werden, desto kräftiger wachsen sie nach. Auch manche Gemüsesorten gedeihen im Wohnzimmer, wenn auch nicht ganz so ertragreich wie draußen: Erbsen, Radieschen oder Rucola können sich auf einer hellen Fensterbank ausreichend ausbreiten. Sehr beliebt ist Pflücksalat – der wächst nämlich schon auf sehr kleiner Fläche und man kann im Gegensatz zu Kopfsalaten einzelne Blätter ernten. Wählen Sie möglichst ein Fenster aus, das nach Süden oder Westen ausgerichtet ist, damit die Pflanzen ausreichend Sonne haben.

Guerilla-Gardening

Auch vor der Haustür findet sich oft Gartenpotenzial: „Guerillagärtner“ bepflanzen öffentliche Plätze, Grünstreifen oder Verkehrsinseln. Wenn eine geeignete Stelle gefunden ist, sollte zunächst überlegt werden, welche robuste Pflanze dort gut wachsen könnte. Kann man die Pflanze regelmäßig mit Wasser versorgen? Vor der Aussaat sollte, wenn möglich, der neue Guerillagarten umgegraben und mit etwas Gartenerde und organischem Dünger bearbeitet werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Samen auch auf der Fensterbank vorziehen. Alternativ lassen sich auch Seed Bombs, Samenbomben, werfen. Das sind kleine Bällchen aus Samen, Humus und Tonpulver, die sich besonders für Orte eignen, die sonst schlecht zu erreichen sind. Mit etwas Glück kann schon bald geerntet werden.